
Wer sein Altersvorsorgedepot mit 21 statt mit 31 beginnt und jeden Monat 150 Euro einzahlt, kommt in unserer Modellrechnung mit 67 auf 308.638 statt auf 185.441 Euro Kapital [6]. Die zehn Jahre Vorsprung kosten 18.000 Euro zusätzlichen Eigenbeitrag und bringen 123.197 Euro mehr Kapital [6]. Dahinter steckt weniger die Förderung als die Zeit: Von den 308.638 Euro stammen 24.815 Euro aus Zulagen und Bonus, 201.923 Euro sind Wertzuwachs nach Kosten [6].
Gerechnet hat der Kern, der auch den monatsgenauen Fördervergleichsrechner und den Rechner auf der Startseite antreibt. Annahmen und Grenzen stehen unter den Tabellen. Alle Werte sind Modellrechnungen und keine Prognose.
Warum die Monatsrechnung von der Jahresrechnung abweicht
Eigenbeitrag und Zulage treffen nicht am selben Tag ein. Der Beitrag geht monatlich vom Konto, die Zulage wird erst nach Ablauf des Beitragsjahres gutgeschrieben, und eine Steuererstattung folgt noch später. Das Modell bucht die Zulage im Mai und den Steuervorteil im Juli des Folgejahres und simuliert jeden Monat einzeln [6]. Wer dagegen alles auf den 1. Januar legt, überzeichnet das Endkapital.
Für Berufseinsteiger gibt es eine zweite Besonderheit. Der Bonus von einmalig 200 Euro hängt am Alter zu Beginn des Beitragsjahres, nicht am Datum des Vertragsabschlusses [5]. Wer 2027 seinen 25. Geburtstag feiert, war am 1. Januar noch 24 und erfüllt die Bedingung für das gesamte Jahr 2027; wer erst 2028 beginnt, hat die Grenze überschritten [1]. Der Rechner fragt deshalb optional nach dem Geburtsdatum. Ohne Angabe setzt das Modell den Bonus nur an, wenn das Alter ihn eindeutig begründet [6].
Was der Staat bei 10 bis 150 Euro im Monat dazugibt
Die Grundzulage beträgt 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Jahresbeitrag und 25 Prozent auf alles bis 1.800 Euro [5]. Damit der Anspruch entsteht, müssen mindestens 120 Euro im Jahr fließen, also 10 Euro im Monat [5]. Die volle Grundzulage von 540 Euro erreicht, wer 150 Euro im Monat einzahlt.
| Eigenbeitrag im Monat | Eigenbeitrag im Jahr | Grundzulage im Jahr | Zulage in Prozent des Beitrags |
|---|---|---|---|
| 10 Euro | 120 Euro | 60 Euro | 50 % |
| 50 Euro | 600 Euro | 240 Euro | 40 % |
| 100 Euro | 1.200 Euro | 390 Euro | 32,5 % |
| 150 Euro | 1.800 Euro | 540 Euro | 30 % |
Berechnet nach der gesetzlichen Staffel [5]. Wer zu Jahresbeginn noch nicht 25 ist, erhält einmalig 200 Euro Bonus; das Modell setzt ihn im ersten geförderten Beitragsjahr an [6].
Über 150 Euro im Monat hinaus wächst die Zulage nicht mehr. Einzahlen lässt sich mehr, bis zu 6.840 Euro im Jahr, gefördert wird aber nur der Beitrag bis 1.800 Euro [1]. Bei niedrigen Einkommen bleibt es in der Regel bei der Zulage. Erst mit steigendem Einkommen kann der Sonderausgabenabzug mehr bringen: Das Finanzamt vergleicht die Steuerersparnis mit der Zulage und erstattet die Differenz [1]. Die Tabellen unten rechnen bewusst nur mit der Zulage.
Der Zeithebel: Start mit 21, 26, 31 oder 36
Angenommen sind 150 Euro im Monat, 5 Prozent Wertentwicklung im Jahr vor Kosten, 0,8 Prozent laufende Kosten und Rentenbeginn mit 67. Kinder und Inflation bleiben außen vor, ebenso der Steuervorteil [6].
| Alter beim Start | Einzahlungsdauer | Eigenbeiträge | Zulagen und Bonus | Kapital mit 67 |
|---|---|---|---|---|
| 21 Jahre | 45,5 Jahre | 81.900 Euro | 24.815 Euro | 308.638 Euro |
| 26 Jahre | 40,5 Jahre | 72.900 Euro | 21.915 Euro | 240.241 Euro |
| 31 Jahre | 35,5 Jahre | 63.900 Euro | 19.215 Euro | 185.441 Euro |
| 36 Jahre | 30,5 Jahre | 54.900 Euro | 16.515 Euro | 140.745 Euro |
Quelle: Rechnerkern von AVDEPOT.EXPERT [6]. Beginn im Januar 2027, Geburtstag jeweils im Juli, Werte nominal. Modellrechnung, keine Garantie. Der Bonus ist nur beim Start mit 21 enthalten.
Fünf Jahre Warten sparen 9.000 Euro Eigenbeitrag und kosten 68.397 Euro Kapital. Bei zehn Jahren stehen 18.000 Euro Ersparnis gegen 123.197 Euro weniger Kapital, bei fünfzehn Jahren 27.000 Euro gegen 167.893 Euro [6]. Die Zulage selbst verschiebt das Bild kaum. Beim Start mit 21 macht die Förderung 8,0 Prozent des Endkapitals aus, beim Start mit 36 sind es 11,7 Prozent. Was dem späten Starter fehlt, ist der Zinseszins: 201.923 Euro Wertzuwachs nach Kosten mit 21, 69.330 Euro mit 36 [6].
Aufholen ist möglich, wird aber teuer. Soll das Kapital mit 67 so hoch ausfallen wie beim 21-Jährigen mit 150 Euro, braucht der 26-Jährige rund 205 Euro im Monat. Beim 31-Jährigen sind es rund 278 Euro, beim 36-Jährigen rund 381 Euro [6]. Oberhalb von 150 Euro kommt keine zusätzliche Zulage mehr dazu.
Auch kleine Raten tragen über 45 Jahre. Als Anhaltspunkt für eine bescheidene Sparrate setzt ein Rechenmuster der Fachpresse etwa 3 Prozent des Nettoeinkommens an [2]. Mit 100 Euro im Monat ergeben sich beim Start mit 21 rund 210.011 Euro, beim Start mit 31 rund 125.955 Euro. Bei 50 Euro im Monat sind es ab 21 rund 111.369 Euro, bei 10 Euro im Monat 24.739 Euro [6].
Wo die Rechnung kippt: Kosten gegen Zulage
Die Zulage ersetzt kein Kostenbewusstsein. Eine Kurzstudie zum Markt nennt für Neobroker Kosten von beispielsweise 0,15 Prozent im Jahr und für Banken 0,30 Prozent; Versicherer liegen bei 1,0 bis 1,5 Prozent [3]. Nur das Standarddepot ist auf 1 Prozent Effektivkosten gedeckelt [3].
Wie stark der Abstand wirkt, zeigt der Vergleich mit einem ETF-Sparplan, der 0,2 Prozent kostet. Beim Start mit 21 und 150 Euro im Monat gilt:
| Laufende Kosten im Altersvorsorgedepot | Netto-Auszahlungen bis 90 | ETF-Sparplan (0,2 %) | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 0,4 % | 345.992 Euro | 312.354 Euro | +33.638 Euro |
| 0,6 % | 325.912 Euro | 312.354 Euro | +13.557 Euro |
| 0,8 % | 307.139 Euro | 312.354 Euro | −5.215 Euro |
Gerechnet mit dem Rechnerkern [6]: Summe aller Netto-Auszahlungen bis Alter 90, nominal. Rentensteuer pauschal 20 Prozent, Auszahlungsplan mit 2 Prozent Rendite, ohne Steuervorteil. Modellrechnung, keine Garantie.
Zwischen 0,6 und 0,8 Prozent Kosten liegt in dieser Rechnung die Schwelle, an der der ETF-Sparplan vorbeizieht. Mit einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent und einer Steuererstattung, die auf dem Girokonto bleibt, dreht der Wert bei 0,8 Prozent knapp ins Plus für das Depot (1.913 Euro) [6]. Ob der Steuervorteil überhaupt anfällt, hängt vom Einkommen ab. Das ist für Berufseinsteiger oft offen, deshalb lohnt der Blick auf den Vergleich ETF-Depot und Altersvorsorgedepot mit den eigenen Zahlen.
Garantie, Beratung, Wechsel: Was ein Rechner nicht entscheidet
Der Garantiezwang entfällt. Anbieter dürfen Garantieprodukte weiter anbieten, zwingend sind sie nicht mehr, und bis zu 100 Prozent des Geldes lassen sich in Fonds und ETFs anlegen [1]. Die Garantie ist nicht kostenlos: Nach den Modellannahmen der Kurzstudie senkt sie das mögliche Endkapital, weil sie die Aktienquote begrenzt [3]. Ob dieser Preis passt, ist eine Frage der Risikoneigung. Berufseinsteiger haben den längsten Zeitraum, um Kursschwankungen auszusitzen [1].
Wer schon einen Riester-Vertrag besitzt, sollte nichts überstürzen. Beteiligte eines Branchen-Thinktanks warnen davor, Verträge vorschnell aufzulösen, solange nicht geklärt ist, wie die Zulagenstelle einen Wechsel von Anbieter zu Anbieter behandelt [4]. Dieselbe Runde betont, dass eine Entscheidung 30 bis 50 Jahre trägt, mit Berufswechseln und Familienphasen, dazu wechselnden Gesetzen [4]. Den Rechenweg für den Wechsel zeigt der Fördervergleichsrechner. Seit der Reform zählen nach Darstellung der Fachpresse auch Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit zum geförderten Kreis [1]. Wer zwischen Basisrente und Depot abwägt, findet die Zahlen im Fördervergleich Basisrente vs. Altersvorsorgedepot.
Was nach der Einzahlphase gilt
Das Geld bleibt gebunden. Bei Verträgen ab 2027 beginnt die Auszahlungsphase frühestens mit 65, außer es läuft bereits eine gesetzliche Rente [5]. Zu Beginn dürfen höchstens 30 Prozent des Kapitals auf einmal ausgezahlt werden, den Rest erhält der Sparer als lebenslange Rente oder über einen Auszahlungsplan, der mindestens bis 85 läuft [5]. Auszahlungen sind voll steuerpflichtig, die Teilfreistellung für Aktienfonds aus dem normalen Depot entfällt [1]. Wer vor dem Rentenalter an das Kapital will, zahlt Zulagen und Steuervorteile auf den entnommenen Teil zurück [1].
Kinder können früher anfangen als Berufseinsteiger. Für sie sieht die Frühstartrente 10 Euro im Monat vom Staat zwischen dem 6. und dem 18. Lebensjahr vor. Der Bundestag hat das Gesetz am 16. Oktober 2026 beschlossen, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen [7].