
Zwei Fragen stellen sich bei der Beratung zum Altersvorsorgedepot: Bleibt die betriebliche Altersversorgung daneben bestehen? Und lassen sich vermögenswirksame Leistungen einfach mit einzahlen? Das Bundesfinanzministerium beantwortet beide Fragen mit einer klaren Trennlinie zwischen den Fördersystemen [1].
Betriebliche Altersversorgung: kein neuer Weg, aber der alte bleibt
Die Reform schafft keinen neuen Durchführungsweg in der betrieblichen Altersversorgung [1]. Wie bisher lassen sich Beiträge an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung als Altersvorsorgebeiträge fördern, und zwar über den Sonderausgabenabzug und die Zulage [1]. Entscheidende Voraussetzung dafür bleibt: Die Beiträge müssen individuell versteuert eingezahlt werden [1].
Für die Praxis heißt das: Die klassische Entgeltumwandlung über Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung läuft unverändert weiter: Die Beiträge bleiben bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei und bis 4 Prozent sozialversicherungsfrei [2]. Der beschriebene Förderweg über Sonderausgabenabzug und Zulage betrifft einen schmaleren Sonderfall: Beiträge, die (ähnlich der bisherigen Riester-geförderten bAV) bewusst aus bereits versteuertem Einkommen stammen. An der regulären Entgeltumwandlung ändert die Reform nichts.
Vermögenswirksame Leistungen bleiben ein eigenes Fördersystem
Auch bei vermögenswirksamen Leistungen zieht das Bundesfinanzministerium eine klare Grenze. Vermögenswirksame Leistungen gelten nicht als Altersvorsorgebeiträge im Sinn der Förderung [1]. Sie bleiben vollständig im eigenen Förderverfahren, inklusive Arbeitnehmer-Sparzulage und eigener Anlagefristen [1]. Das Bundesfinanzministerium hält beide Förderwege damit ausdrücklich getrennt [1].
Je nach Tarifvertrag kann es einen Umweg geben: Manche Tarifverträge sehen sogenannte altersvorsorgewirksame Leistungen vor, einen separaten Arbeitgeberzuschuss, der ausdrücklich der Altersvorsorge dient und nicht den VL-Regeln unterliegt. Je nach Regelung kann darüber auch ein privater Altersvorsorgevertrag bezuschusst werden.
Was das für Ihre Beratung bedeutet
Für Kunden mit bestehendem VL-Vertrag oder laufender betrieblicher Altersversorgung ändert das Altersvorsorgedepot zunächst nichts an den bestehenden Verträgen. Es tritt als eigenständiges Produkt daneben, nicht an ihre Stelle. Wer prüfen will, ob sich weiteres Sparen über ein Altersvorsorgedepot überhaupt lohnt, sollte trotzdem einen Blick in den eigenen Tarifvertrag werfen: Altersvorsorgewirksame Leistungen können je nach Regelung einen Arbeitgeberzuschuss zum neuen Depot ermöglichen.